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WM Breda Mannschaftsfoto + Ehrung 011a

Foto: Lehmeyer

VII. Weltmeisterschaft der behinderten Einspännerfahrer in Breda/Niederlande

Zwei mal Gold für die deutschen Fahrer

Zwei mal Gold und ein mal Silber brachten die deutschen Fahrer aus Breda mit, neben der Mannschaft, bestehend aus Heiner Lehrter, Hubert Markett und Josef Sauerwald, konnte Heiner Lehrter auch noch die Einzelwertung für sich entscheiden, Josef Sauerwald gewann Silber.

Den Grundstein für diesen Erfolg legten die Fahrer unter Trainer Ludger Schmeing (Rheine) bereits am Donnerstag Mittag. Als siebter von 15 Startern zeigte Josef Sauerwald aus Havixbeck die Dressur seines Lebens, mit 37,4 Strafpunkten setzte er sich mit Don´t Confess an die Spitze des Starterfeldes und lieferte das erste Ergebnis für die Mannschaftswertung. Aber auch Heiner Lehrter und Cholin S übertrafen alle Erwartungen: 48,2 Punkte lautete das Ergebnis für die Dressur des Mettingers. Auch die drei weiteren deutschen Fahrer zeigten ansprechende Leistungen: Hubert Markett mit Jesko und 54,2 Punkten auf Platz 6, Sielke Harde mit Prospa auf Platz 9 mit 57,2 Punkten und Markus Beerhues auf Platz 11 mit 61,6 Punkten.

Einen deutlichen Abstand hatten die Fahrer damit auch schon in der Mannschaftswertung. Mit den Ergebnissen von Jacques Poppen, 52,0 P. (Platz 3)und Jan Ranzijn, 52,2 Punkten (Platz 4) lag die Mannschaft der Niederländer auf Platz 2, die Engländer mit Deborah Daniel und Lindsey Tyas und 114,6 Punkten nur gut 10 Punkte dahinter auf Platz 3.

Ein wenig enttäuschend war die Gesamtsituation bei dieser Weltmeisterschaft. Waren  bei der letzen WM in Greven-Bockholt 2008 noch knapp 30 Gespanne aus 8 Nationen am Start, konnten aus den unterschiedlichsten Gründen in diesem Jahr 4 Nationen keine Teilnehmer schicken. Notwendige Pferdewechsel, Krankheitsgründe, aber auch Probleme, Unterstützung bei den nationalen Verbänden zu finden, ließen das Starterfeld schrumpfen. Aus diesem Grund wurde diesmal auch nicht nach der Schwere der Behinderung getrennt gewertet, alle Fahrer, egal ob Grad I oder II, traten gegeneinander an, stellten am Ende einen Einzelweltmeister.

Trotz allem war die Stimmung in Breda einmalig. Chef d´Equipe Albert Sahle lobte das wunderschöne Terrain, die herrliche Atmosphäre, einen Veranstalter, der sich mit Herz und Begeisterung dieser Weltmeisterschaft widmete und einen Rahmen schuf, in dem sich alle Teams wohl fühlten.

Sportlich anspruchsvoll ging es am Samstag weiter. Das Wetter wurde von Tag zu Tag sonniger und so strömten bei herrlichem Sonnenschein die Zuschauer an die Hindernisse. Parcoursbauer Johan Jacobs hatte sechs Hindernisse für die WM Teilnehmer ausgeflaggt, eine anspruchsvolle Arbeit für ihn, denn parallel fand das CAIO der 4-spänner in Breda statt und so mussten die Hindernisse sowohl für die 4-spänner, als auch für die behinderten Einspännerfahrer passen.

ÂErwartet wurde ein Zweikampf zwischen Jacques Poppen und Heiner Lehrter, schon 2008 in Greven-Bockholt sich die beiden ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert, sich von Hindernis zu Hindernis die Bestzeiten abgejagt. Auch hier starteten die Fahrer direkt hintereinander und fünf Mal konnte Heiner Lehrter die vorgelegten Hinderniszeiten unterbieten. 62,46 Strafpunkte für Lehrter, 78,35 Punkte (68,35 P. plus 10 Strafpunkte aus der Phase E ) für Poppen, aber nur 77,64 Punkte für Markus Beerhues aus Langenberg, der mit Bandit B eine beherzte Vorstellung gab und sich verdient auf Platz 2 zwischen die beiden Kontrahenten schob. Auf Platz 4, wie in der Dressur, Jan Ranzijn mit 80,32 Punkten, aber schon auf Platz 5 Josef Sauerwald mit 86,24 Punkten. Auch Sielke Harde aus Welver lag das Gelände, mit 112,20 Punkten steuerte sie auf Platz 9 und somit Platz 8 in der Zwischenwertung. Pech hatte Hubert Markett aus Rees-Haldern, der wegen eines Technischen Defektes den Maratohn beenden musste.

Für die letzte Teilprüfung, das Kegelfahren, ergab sich damit folgender Zwischenstand: Lehrter (110,66P) vor Sauerwald (123,64 P.), nur zwei Bälle dahinter Jacques Poppen (130,35 P), dicht gefolgt von Teamkollegen Jan Ranzijn (132,52P.) und Markus Beerhues (139,24 P.). Komfortabler der Vorsprung in der Teamwertung: Deutschland mit 234,3 P vor den Niederlanden ( 262,87 Punkten) und weiter abgeschlagen Groß Britannien mit 322,88 Punkten. 
Trotzdem war der Nervenkitzel groß bei den deutschen Fahrern, durch den Ausfall von Markett für die Teamwertung hatte das Deutsche Team beim Kegelfahren kein Streichergebnis mehr, jetzt musste alles glatt gehen.  Bei  strahlendem Sonnenschein und vollen Zuschauerrängen machten es die Fahrer richtig spannend und kassierten Bälle und Zeitstrafpunkte. Erst die als sechste an den Start gegangene Sielke Harde zeigte eine perfekte, fehlerfreie Runde, Markus Beerhues warf 2 Bälle, das sollte dem Niederländer Ranzijn reichen, um seinen 4. Platz zu halten. Aber der patzte, 21,57 P. kamen auf seinem Konto dazu. Poppen behielt dagegen die Nerven, eine glatte Nullrunde. Ebenso Josef Sauerwald – gewohnt souverän blieb er fehlerfrei und war damit schon sicherer Silbermedaillengewinner. Jetzt musste Lehrter Nervenstärke beweisen. Bereits am zweiten Kegelpaar fiel der erste Ball – spannender konnte er es nicht machen. Aber auch er hatte seine Nerven und Pony Cholin S im Griff: 3 Punkte ohne Zeitfehler zeigte die Anzeigentafel am Ende seiner Runde und somit war er endlich am Ziel seiner Träume: Einzelgold! 


Tolle Ergebnisse auch für Beerhues und Harde: wieder einmal schrammte Markus Beerhues mit dem vierten Platz knapp an einer Medaille vorbei, ein hervorragender sechster Platz für Sielke Harde! Und auch den Titel des Mannschaftsweltmeisters hatte sich das deutsche Team zurück geholt: Gold für Deutschland, Silber für die Niederlande und Bronze für England.

Ein weiteres Bonbon gab es für die behinderten Fahrer bei dieser Weltmeisterschaft: zum ersten Mal wurde bei den Fahrern die Hand in Hand Trophy  der FEI Präsidentin Haya von Jordanien ausgefahren. Je ein Fahrer aus dem Regelsport der 4-spännerPferde und je einer der behinderten Fahrer bildeten Teams, die Ergebnisse aus der Kombinierten Wertung wurden zusammen gezählt und das beste Team erhielt eine silberne Statue aus zwei ineinander greifenden Händen. Vor den Niederländern Jacques Poppen und Koos de Ronde gewann auch hier ein deutsches Team: Christoph Sandmann (Lähden)  und Heiner Lehrter!


Jutta Lehmeyer
Pressesprecherin der IG Fahren für Menschen mit Behinderung e.V.