Turnierfahrsport

Was ist Turnierfahrsport ?

Das klassische Fahrturnier besteht aus drei unterschiedliche Prüfungen, der Dressur, der Strecken- und Geländefahrt (auch `Marathon´) und dem Hindernisfahren (`Kegelfahren´).
Gestartet wird in unterschiedlichen Anspannungsarten:
Es wird Ein-, Zwei- und Vierspännig gefahren, sowohl mit Pferden, wie auch mit Ponys.

 

Dressur  Hier wird das Gespann in dem ca. 40 x 100m großen Dressurviereck vorgestellt, eine Aufgabe aus bestimmten festgelegten Gangarten und Hufschlagfiguren (Volten, Zirkel, Schlangenlinien) muss gezeigt werden, bewertet wird die Selbsthaltung und Losgelassenheit des Pferdes, die Reinheit der Gangarten, Sauberkeit der Ausführung, Stellung und Biegung bei Wendungen, die Anlehnung an die Hilfen des Fahrers, usw. Gleichzeitig wird auf die Stilechtheit der Anspannungsart, die Sauberkeit und Korrektheit des gesamten Gespanns geachtet.
Die Wertnote wird in Strafpunkte umgerechnet.

 

Marathon (Strecken- und Geländefahrt) – die spektakulärste Teilprüfung! In vorgegebenen Zeitfenstern müssen bestimmte Wegestrecken in festgelegten Gangarten absolviert werden, je nach Schwierigkeitsgrad der Prüfung bis zu 15 km. Nach einer Zwangspause, in der ein Veterinär die Pferde untersucht, geht es in die Hindernisse. Dort gilt es, so schnell wie möglich, Tore zu durchfahren, die von A – E oder F ausgeflaggt sind und aus Bäumen, Zäunen, Strohballen, Mauern, Wassergräben, Brücken, Blumenkübeln o.ä. gebaut sind. Falsch durchfahrene Tore, Zeitüber- oder unterschreitungen, Fehler bei der Gangart und jede benötigte Sekunde in den Hindernissen ergeben wieder eine Strafpunktzahl.

 

Kegelfahren (Hindernisfahren) –   Ähnlich wie beim Springreiten ist ein Parcours aufgebaut, der von den Gespannen in einer festgelegten Höchstzeit durchfahren werden muss. Hier bestehen die Hindernisse meist aus je 2 Pylonen, auf deren Spitze ein Ball liegt. Die Torbreite richtet sich nach der Spurbreite der Kutsche, plus 20 cm (bis max. + 50 cm bei A-Prüfungen). Jeder abgeworfene Ball wird mit 3 Strafpunkten geahndet, jede angefangene Sekunde Zeitüberschreitung ebenso. Bei gleichen Strafpunkten kann es ein Stechen geben.

 

Kombinierte Prüfung  Die Strafpunkte aus allen 3 Teil-Prüfungen werden zusammengerechnet und ergeben die kombinierte Wertung, die für die Vergabe der Titel maßgeblich ist.
Nehmen Fahrer aus anderen Nationen an den Prüfungen teil, werden sie aus der DM-Wertung heraus gehalten, sie können nur um den Sieg der kombinierten Prüfung fahren, nicht aber um den Titel des Deutschen Meisters.

 

Beifahrer sind bei allen Prüfungen vorgeschrieben, sie sind z.B. im Marathon für die stabile Lage der Kutsche zuständig, meist auch für die richtigen Wege und die Kontrolle der Zeiten. In einer Notlage sind sie die ersten, die Pferd und Fahrer helfen.

 

WBO und LPO Im Turnierfahrsport gibt es ein Reglement für eher spielerische Wettbewerbe (WBO) und für die Leistungssportler (LPO). Beide Reglements werden durch die FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) regelmäßig überarbeitet und den aktuellen Entwicklungen angepasst. Für die Teilnahme an Wettbewerben gem. WBO sind keine Fahrabzeichen notwendig, die Vorschriften werden so einfach wie möglich gehalten, die Vielfalt der angebotenen Wettbewerbe und der Spaß am Fahren soll im Vordergrund stehen.
Bei Turnieren gem. LPO sind die Vorschriften weitreichender. Der Schweregrad eines Turniers, die Benotung und Bewertung der Prüfungen, die Sicherheitsstandards für Pferd und Team müssen eine Vergleichbarkeit ermöglichen, denn die unterschiedlichen Schweregrade der Turniere bauen aufeinander auf und sollen die besten Fahrer/innen zum internationalen Fahrsport bringen, der dann dem Reglement der FEI (Ferderation Equestre International) unterliegt. Die Weltmeisterschaften der jeweiligen Anspannungsarten sind das hochrangigste Turnier, leider ist der Fahrsport nicht olympisch.